Wir Eltern - Geld & Beruf
Familie Eltern Kindergarten: mobile-elternmagazin.de
  SUCHE:  
Wir Eltern | Geld & Beruf
Sparen für den Nachwuchs
Finanzielle Vorsorgemöglichkeiten für Familien
von  Kirsten Wörnle
 

0000880229_0001.jpg

© www.photocase.de

Viele Eltern machen sich Gedanken über eine kluge finanzielle Vorsorge für ihre Kinder. Führerschein, Ausbildung, Universität, da kommt so einiges zusammen. Ein zwölfsemestriges Studium dürfte mit Miete, Essen und Fahrten gut 50.000 Euro verschlingen. Da zahlt es sich aus, rechtzeitig mit dem Sparen zu beginnen. Doch welche Sparformen eignen sich für Familien, die für ihren Nachwuchs vorsorgen wollen? Wir haben die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg um Tipps gebeten.


Das Sparbuch

Wenn es darum geht, dass der Nachwuchs lernt, mit Geld umzugehen, die Euros von Oma und Opa nicht gleich in "Magic"-Karten zu stecken, sondern etwas auf die hohe Kante zu legen, ist das Sparbuch gut. Als dauerhafte Geldanlage, ist es allerdings eine Niete. Die Verzinsung ist gering - so gering, dass der Sparer ein schlechtes Geschäft macht. 2004 lag die Inflationsrate beispielsweise bei 1,6 Prozent. Das war mehr, als der Zins auf gängige Sparbücher. Real haben Sparbuchbesitzer also ein Minus gemacht.


Ausbildungsversicherung

"Teddy-Versicherung", "Biene-Maja-Schutzbrief" - manche Banken werben gezielt für Sparangebote für den Nachwuchs. Bei solchen Ausbildungsversicherungen wird eine Kapitallebensversicherung inklusive Todesfallschutz mit einer Geldsparanlage kombiniert. Meist schließt ein Elternteil sie ab. Der Haken: Das Geld wird in jedem Fall erst zum Vertragsende - meist der Beginn der Berufsausbildung - fällig, auch dann, wenn derjenige Elternteil, der versichert ist, während der Beitragszeit stirbt. Weitere Probleme: Die Rendite ist eher gering, eine vorzeitige Kündigung kommt teuer und die Abschluss und die Verwaltungskosten sind oft hoch.

"Um für die Ausbildung zu sparen bietet der Markt genügend Möglichkeiten", sagt Niels Nauhauser, Geldanlagen-Experte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Spezielle Kinderangebote wie Ausbildungsversicherungen oder 20-jährige Bausparverträge sind nach unserer Auffassung nicht erforderlich."


Banksparpläne

Banksparpläne sind sicher und bequem. Der Sparer zahlt in der Regel monatlich einen festen Betrag auf ein Konto ein, verzinst wird - je nach Sparplan - unterschiedlich. Die Stiftung Warentest empfiehlt Angebote mit vergleichsweise hohem Zinssatz oder fest vereinbarter Zinstreppe. Wichtig zu klären ist, ob die Rate geändert oder ausgesetzt werden kann. Weitere Fragen: Ist eine vorzeitige (Teil-)Kündigung möglich oder bedeutet das dann Abstriche beim Zins? Gibt es Bonuszinsen? Vorsicht, die Prozentzahlen in den Werbeprospekten scheinen manchmal üppig, sind es aber nicht. Der Bonuszins wird nicht automatisch aufs Gesamtkapital berechnet, sondern beispielsweise nur auf die Sparleistung des letzten Jahres (ein Rechenprogramm, um die Rendite von Sparplänen auszurechnen, findet sich unter www.finanztest.de, "Geldanlage und Banken", Rubrik: Rechner).
Banksparpläne eigenen sich für Eltern, die regelmäßig sparen wollen und sich sicher sind, dass sie ihr angepeiltes Sparziel erreichen wollen. Mittlere Renditechancen.


Bundesschatzbriefe

Ein weiterer Klassiker für Sparer, die auf Nummer sicher gehen wollen, sind die Bundesschatzbriefe. Der Anleger erhält den Zinssatz, der ihm beim Kauf der Wertpapiere garantiert wurde, egal, wie sich die Zinsen am Markt entwickeln. Die Verwaltung der Wertpapiere bei der Bundesschuldenverwaltung ist kostenlos. Die Mindestanlagesumme ist niedriger als bei Sparangeboten. Es gibt zwei Varianten. Typ A läuft über sechs Jahre und schüttet die Zinsen jährlich aus. Typ B läuft über sieben Jahre, sammelt die Zinsen und verzinst sie wieder, - was zu höherer Rendite führt, aber steuerlich stärker ins Gewicht fallen kann.
Bundesschatzbriefe eignen sich für Eltern, die ihr Geld mittel- bis langfristig anlegen wollen und dabei die Möglichkeit haben wollen, während der Laufzeit (nach einem Jahr Sperrzeit) risikolos auszusteigen. Mittlere Renditechancen.


Fondssparpläne

Im Gegensatz zum Banksparplan muss der Sparer bei Fondssparplänen weder Kündigungsfristen einhalten noch feste Laufzeiten vereinbaren. Seine Renditechance ist gut. Wichtig zu beachten sind die Kosten für Ausgabeaufschläge (bis zu fünf Prozent) und Verwaltung. Über die Ausgabeaufschläge kann der Kunde mit seiner Bank verhandeln. Kosten spart er auch, wenn er ein Depot bei einer Direktbank bzw. Investmentgesellschaft einrichtet.


Rentenfonds

Bei Rentenfonds setzt der Fondsmanager fast ausschließlich auf festverzinsliche Wertpapiere und Bankeinlagen. Das Risiko ist daher gering. "Rentenfonds rentieren sich vor allem in Phasen sinkender Zinsen. Sollten die Zinsen aber steigen, sind eher mäßige Renditen bei Rentenfonds zu erwarten", sagt Nils Nauhauser. Dann lohne der Vergleich mit einem guten Banksparplan.


Aktienfonds

Hohe Gewinnaussichten für höheres Risiko: Wer mit Aktienfonds zu Geld kommen will, muss sich auch auf Enttäuschungen gefasst machen. Dafür ist eine Rendite von vier bis 7,5 Prozent drin. Man kommt jederzeit an sein Geld und kann die Sparrate hoch- oder runterfahren. Wichtig ist, keinen fixen Auszahlungstermin festzulegen. Wer aussteigen möchte, will schließlich einen guten Kurs. Eltern, die mit Aktienfonds für die Ausbildung ihrer Kinder sparen, sollten das Geld rechtzeitig in sichere Wertpapiere übertragen, um keine bösen Überraschungen am Auszahlungstag zu erleben.
Aktienfonds eignen sich für (jüngere) Eltern, die für gute Renditenchancen auch Risiken tragen. Wer Zeit investiert und sich schlau macht in Sachen Finanzen kann sein Geld ertragreich anlegen.


Bausparverträge

Bausparverträge lohnen sich in einer Zeit niedriger Zinsen am Kapitalmarkt für alle, die, wenn auch nur vage, den Traum vom Eigenheim im Kopf haben. Für ein Kind kann allerdings keiner entscheiden, ob es mal baut, warnt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Daher lohne es sich nicht, einen niedrigen Guthabenzins in Kauf zu nehmen, um sich einen niedrigen Darlehenszins zu sichern. Denn beim Bausparen zahlt man regelmäßig über mehrere Jahre Geld zu einem relativ niedrigen Zinssatz ein und erwirbt im Gegenzug das Recht auf ein günstiges Baudarlehen.
Allerdings haben Bausparkassen auch einen Tarif, bei dem der Kunde eine Art Bonuszins erhält, wenn er auf das an den Vertrag gekoppelte Darlehen verzichtet und mindestens sieben Jahre gespart hat. Manche Anbieter erstatten dann auch die Abschlussgebühr für den Vertrag. Nach Untersuchungen der Stiftung Warentest lassen sich auf diese Weise Renditen erzielen, die höher sind als die Renditen vergleichbarer Banksparpläne mit entsprechender Laufzeit.
Bausparen ist besonders für Familien rentabel, die an ein Eigenheim denken, die vermögenswirksame Leistungen bekommen oder Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage oder Wohnungsbauprämie haben. Gute Renditechancen.


Riester-Sparen

"Riester-Sparen ist für die Eltern heute eine der besten Anlagemöglichkeiten für das Alter", sagt Niels Nauhauser. Man muss allerdings förderberechtigt oder der Ehepartner eines Förderberechtigten sein. Die größte Gruppe der Förderberechtigten sind Arbeitnehmer, die in eine gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und die Beamten. Aber auch Kindererziehende bis zum dritten Lebensjahr des Kindes können die Förderung beantragen. Von den drei möglichen Riester-geförderten Produkten hält die Verbraucherzentrale insbesondere Banksparpläne und Fondssparpläne für interessant. "Eine Riester-Rentenversicherung ist, ähnlich wie die Rentenversicherung, derzeit nicht besonders ertragsstark und relativ unflexibel", sagt Niels Nauhauser.
Beim Riester-Fondssparen locken Extrazulagen pro Kind und Steuervorteile, je nach Einkommen und Familienstand. Risiken sind eine möglicherweise unzureichende Verzinsung, die volle Steuerpflichtigkeit der Rente und dass das Kaptial nicht frei vererbt werden kann. Dennoch lohnt es sich, die Angebote unter die Lupe zu nehmen.



Weitere Informationen bei den Verbraucherzentralen der Länder (mit Telefonberatung, E-Mail-Beratung, persönlicher Beratung):
www.verbraucherzentrale.info


Buchtipp: Zinsanlagen. Erfolgreich sparen mit Anleihen, Sparbriefen & Co. Stiftung Warentest, ISBN 3-937880-06-2. 12,90 Euro. Bestellung unter:www.finanztest.de





top     back    

Die Zeitschrift
Bücher von mobile
Unser Familienshop
Tornados im Wasserglas

Mit mobile aktiv den Forschergeist fördern

Expertenrat

Fragen oder Probleme? Unsere ExpertInnen helfen Ihnen gerne weiter .

Gewinnspiel

Scharf nachgedacht! Wir verlosen 4 Regen-bogentürme von HABA.

Zum Gewinnspiel ...

Service & Community
Expertenrat
Forum
Gewinnspiele
Babysitterbörse
Links
weiterempfehlen als Startseite Lesezeichen
   Kindergarten | Schulstart | Erziehung | Gesund & munter | Wir Eltern
   Freizeit & Erholung | Familie kreativ | Shop
   Home | AGB | Über uns | Kontakt | Impressum | Media-Daten | Webmaster
     (c) 2001-2010 by mobile-elternmagazin.de, einem Service der Verlag Herder GmbH